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Unser Markt und seine Geschichte

Der Markt Pfeffenhausen am östlichen Rand der Hallertau ist geprägt von Tradition und Innovation. So sind der Hopfenanbau und das lebendige Vereinsleben ebenso von großer Bedeutung für den Ort, wie neue und innovative Projekte. Bereits seit einigen Jahren ist Pfeffenhausen erneuerbaren Energiequellen mit Biogas, Photovoltaik und Windrädern aufgeschlossen – nun wird dieses Profil um Wasserstoff erweitert. Erfolgreich hat sich Pfeffenhausen 2021 um das nationale Wasserstoffzentrum beworben und wurde zusammen mit Chemnitz, Duisburg und einem norddeutschen Verbund als Standort ausgewählt.

Leben in der Marktgemeinde

Pfeffenhausen bietet für Jung und Alt alles, was für ein erfülltes Leben auf dem Land notwendig ist. Am Oberlauf der Großen Laber gelegen, eingebettet in das östliche Hügelland der Hallertau – das größte Zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt – weist die Marktgemeinde einen hohen Freizeit- und Erholungswert auf. Das attraktive Radwegenetz, das fortlaufend ausgebaut wird, und unzählige Wanderwege werden gerne genutzt. Die rund 80 Ortsvereine prägen das Zusammenleben in Pfeffenhausen und den 58 Gemeindeteilen durch Freizeitangebote, Feste und Feiern.

Durch eine kontinuierliche Baugebietsentwicklung wächst Pfeffenhausen stetig – jedoch in Maßen, sodass auch die Infrastruktur mithalten kann. Die Marktgemeinde verfügt über hervorragende örtliche Bildungseinrichtungen: von Kinderkrippe über Kindergarten bis hin zur Grund- und Mittelschule. Weiterführende Schulen befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Für Jugendliche gibt es eine Pumptrack-Anlage mit Dirt-Jump-Bereich. Mit einem Seniorenheim, einer Anlage für Betreutes Wohnen und einer Tagespflege (die 2024 in Betrieb gehen soll) sind auch die älteren Bürger vor Ort gut versorgt.

Von Hopfenanbau und Automobilindustrie geprägt

Wirtschaftlich ist Pfeffenhausen aufgrund seiner Lage an der alten Salzhandelsroute zwischen Salzburg und Nürnberg seit Jahrhunderten von Bedeutung. Seit rund 1000 Jahren sind der Ort und die Region vom Hopfenanbau geprägt, seit 1879 hat Pfeffenhausen das Hopfensiegelrecht. Der Hopfen, das Brauereiwesen und generell die Landwirtschaft spielen auch heute noch eine große Rolle. Genauso wie die Automobilindustrie, liegt Pfeffenhausen doch inmitten des Automobilclusters zwischen München, Ingolstadt, Regensburg, Landshut und Dingolfing.

So sehr Pfeffenhausen mit den alten Traditionen verbunden ist, sind die Menschen aber auch immer aufgeschlossen für Neues. Nach dem Aus von Brandl Maschinenbau (2020) als größten Arbeitgeber in der Region nutzte die Marktgemeinde die einmalige Chance, sich gemeinsam mit dem Landkreis Landshut um das nationale Wasserstoffzentrum zu bewerben   und die eigene Heimat neu zu erfinden. 2021 ist mit der Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums für den Standort Pfeffenhausen (auf einer Fläche zwischen Pfeffenhausen und Schmatzhausen) der Startschuss für das Wasserstoffzentrum gefallen. Das Wasserstoff-Areal beinhaltet einen Elektrolyseur zur Wasserstoffproduktion sowie das Wasserstoffzentrum mit entsprechender Infrastruktur, die es kleineren und mittleren Unternehmen sowie Start-ups ermöglicht, an Wasserstoffprodukten zu forschen. Es wird erwartet, dass vom Zentrum wichtige Impulse hin zu einer emissionsarmen und zukunftsträchtigen Mobilität ausgehen. Durch den neuen Schwerpunkt in der Wirtschaftslandschaft bietet sich auch die Möglichkeit, dem historischen Marktkern mit seinen ortsbildprägenden Gebäuden wieder neues Leben einzuhauchen. Vor allem die leerstehenden Brauereigebäude könnten so mit kreativen Ideen einen neuen Nutzen erhalten.

Ortsgeschichte geht weit zurück

Die Geschichte Pfeffenhausens geht weit zurück – wenn auch über die Gründung und über die Entstehung des Ortsnamens urkundliche Nachweise fehlen, so sind sich die Geschichtsschreiber doch darin einig, dass die Gründung des Ortes in die Zeit der frühen Christianisierung im neunten Jahrhundert zurückgeht. Zunächst waren es neben den Bauern vor allem Ordensleute, im Volksmund „Pfaffen“ genannt, die sich unter dem Volk aufhielten.

Fest steht, dass um das Jahr 857 die Grafen von Ebersberg in Pfeffenhausen begütert waren. Urkundlich erstmals erwähnt wird der Ort in einer Stiftungsurkunde, in der die Grafen von Ebersberg den Sitz Pfeffenhausen dem Ebersberger Kloster vermachten. Das Kloster Ebersberg blieb Grundherr bis um 1600; anschließend ging Pfeffenhausen auf das Jesuitenkloster München über und 1782 an den Malteserritterorden. Das Marktrecht hat Pfeffenhausen spätestens seit dem 14. Jahrhundert. Anlässlich der Fertigstellung der Marktbefestigung erhielt Pfeffenhausen sein Marktwappen. Das Adelsgeschlecht der Pfeffenhausener, das seit dem 12. Jahrhundert bezeugt ist, erlosch im 16. Jahrhundert.

Im Jahr 1401 erhielt Pfeffenhausen von Herzog Heinrich dem Reichen ein Wappen verliehen. Der Ort kann sich damit der ältesten, sicher nachweisbaren herzoglichen Wappenverleihung rühmen. Die Erhebung zum Markt erfolgte wahrscheinlich bereits im 13. oder spätestens im 14. Jahrhundert. Der Originalbrief über die Wappenverleihung ist nicht mehr vorhanden, doch ist an der Echtheit der vorhandenen Abschriften und an der Privilegien-Bestätigung vom Jahr 1607 nicht zu zweifeln. Der Anlass zur Verleihung eines Wappens und besonderer Rechte an den Markt gab die Tatsache, dass die Einwohner im Jahr 1400 mit dem Bau der ersten Befestigungsanlagen, und zwar mit dem Bau eines Ringgrabens begonnen hatten, dem später die Errichtung von Mauern und Toren folgte. Eine Urkunde aus dem Jahr 1486 handelt von der Zinsfreiheit von Ziegeln für die Ringmauer des Marktes. Nachdem die Wappenverleihung einen Markstein in der Geschichte des Ortes darstellt, soll der Text der Verleihungsurkunde hier wenigstens auszugsweise wiedergegeben werden:

"Wir, Heinrich von Gottesgnaden, Pfalzgraf bei Rhein und Herzog von Bayern, bekhenen offentlich mit dem Brief, daß wir angesehen haben solch pau und arbeith, als unser lieb und gethreue Bürger armb und reich unseres Markhtes zu Pfeffenhausen durch sicherheit willen mit graben umb denselben unsrem Markh und ander Vest gethannen haben. Und haben wir ihnen all die Recht und gut Gewohnheit geben, die andere unser Staedt und Markht haben...
Auch haben wir ihnen geerlaubt, ein Insigel undten in dem Schildt mit einem rotten Pfeffen in einem weißen Veldt und oben darauf mib blab und weißen Wecken entwerch yber...
...Gegeben zu Landshut mit unseren anhangenden Insigel, am Erchtag nach dem weißen Sonntag, dass man zählt nach Christi geburt vierzehnhundert Jar, und darnach in dem anderen Jahr..."


Nach diesem Wortlaut trug das Marktwappen, wie auch heute noch, im geteilten Schild oben die Rauten in den Landesfarben (weiß-blau) und unten einen roten Pfeff (Domspatz oder Gimpel).

Die Geschichte des Marktes ist auch eine Geschichte von Krieg, Pest, Hunger und Tod, Hochwasserkatastrophen und Feuersbrünsten. Das heutige Bild des Marktes geht auf den Wiederaufbau zurück, nachdem der Ort bei einer verheerenden Brandkatastrophe im Jahre 1779 fast vollständig abgebrannt war.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 die Gemeinde Holzhausen eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kamen die Gemeinden Egg, Pfaffendorf (mit dem im Jahr 1945 oder 1946 eingemeindeten Ort Koppenwall), Niederhornbach und Oberlauterbach sowie große Teile der aufgelösten Gemeinde Rainertshausen hinzu. Heute besteht der Markt Pfeffenhausen aus 58 Gemeindeteilen.

Gemeindedaten

Fläche72,6 km²
Gemeindeteile58
EinwohnerHauptwohnung: 5.258
Nebenwohnung: 218
gesamt: 5.467
(Stand: 1. Juni 2023)
BundeslandBayern
BezirkNiederbayern
LandkreisLandshut
Höhe436 m ü. NHN
KoordinatenLänge: 11.9667 / 11°58'0"
Breite: 48.6667 / 48°40'0"

Bürgerinformationsbroschüre

Mit der neuen Bürgerinformationsbroschüre erhalten Sie einen Überblick über alles Wissenswerte in und um Pfeffenhausen. Sie erhalten die Broschüre kostenlos im Rathaus und können sie digital herunterladen.

Kontakt

Anna Kolbinger

Büro des Bürgermeisters, Öffentlichkeitsarbeit
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