Sehenswürdigkeiten
Wallfahrtskirchen und Schlösser
Neben der prächtigen Pfarrkirche St. Martin in Pfeffenhausen, die als „Dom der Hallertau“ bekannt ist, sind in Pfeffenhausen und anderen Gemeindeteilen noch etliche weitere sehenswerte Kirchen zu finden. Dazu zählt die Wallfahrtskirche zu „Unserer Lieben Frau“, die 1734/37 bei der damaligen Klause am Klausenberg erbaut wurde, um eine alte hölzerne Kapelle zu ersetzen. Beliebt bei Gläubigen mit Rückenschmerzen ist die Corona-Wallfahrskirche, in der sich ein „Schlupfaltar“ befindet, durch die Wallfahrer kriechen, um Rückenschmerzen „abzustreifen“. Im Gemeindegebiet gibt es aber noch viele weitere sehenswerte kleinere und größere Kirchen und Kapellen.
Niederhornbach kann mit einem Schloss aufwarten, das der Sitz der Maroltinger zu Niederhornbach war. Die Schlossherren wurden im Dreißigjährigen Krieg jedoch protestantisch und kämpften aus Seiten der Schweden, weshalb das Schloss von der Grundherrschaft Ebersberg eingezogen wurde. Nachdem es 1648 niedergebrannt worden war, wurde es als Amtssitz für Verwaltungsbeamte des Klosters umgebaut. Die einstige Wehrhaftigkeit lässt sich aber bis heute erkennen.
Auch in Oberlauterbach prägt ein Schloss das Ortsbild. Das Wasserschloss mit seinen großen Weihern ist im Dreißigjährigen Krieg niedergebrannt und 1663 wieder errichtet worden. Es weist einen malerischen italienisch anmutenden Innenhof auf.
Handwerkerhaus
Das unter Denkmalschutz stehende Holzblockhaus aus dem Jahr 1725 in der Rottenburger Straße 18 befindet sich in Privatbesitz und wurde von engagierten Pfeffenhausenern aufwendig renoviert. Bewohnt war das Haus zuletzt im Zweiten Weltkrieg, nämlich von Flüchtlingen. Danach diente es als Atelier und Lager. Als Wohnhaus ist es heute nicht mehr geeignet, da weder Heizung noch fließend Wasser vorhanden ist und es an Isolierung fehlt. Trotzdem hatte das Team des Handwerkerhauses eine sehr treffende Idee, wie das historische Gebäude heute genutzt werden kann: als kleines Handwerksmuseum. Ausgestellt sind dort verschiedene historische Werkstätten – von der Flachserei, über die Schusterwerkstatt bis hin zur Uhrmacherei. Das Museum ist während des Hallertauer Erlebnismarktes und an weiteren ausgewählten Tagen für interessierte Besucher geöffnet.
Naturlandhof Osterwind
Der Naturlandhof Osterwind der Familie Mießlinger bietet nach Terminabsprache mit Bauernhofmuseum, Schauhopfengarten und Heilkräutergarten eine Zeitreise in das bäuerliche Leben um 1900. Das private Bauernmuseum befindet sich im historischen Bauernhaus und enthält viele Ausstellungsstücke, die einen Eindruck vom Landleben vor über 100 Jahren geben. Auf dem imposanten alten Dachboden befinden sich alte Haushaltswaren, verziertes Geschirr und schwere alte Bücher voller Geschichte. Nostalgisch erscheint einem der Blick auf hölzerne Dreschflegel und Heugabeln. Mit den Pferdeschlitten fuhr man im Winter zur Kirche, mit den Hopfenblechen wurden die Hopfenzupfer bezahlt, Schwere, dicke Filzstiefel zog man bei eisiger Kälte über die normalen Schuhe. Die Selch, also der Räucherofen ist zu sehen, ebenso wie Butterfässer oder Pflüge und Eggen, die damals von Pferden gezogen wurden. All diese Gegenstände waren auf dem Hof einst in Gebrauch. So bietet sich dem Besucher ein authentischer Blick in das frühere Landleben.
Im Humularium 1920, dem historischen Schauhopfengarten, wird veranschaulicht, wie der Hopfen damals angebaut und geerntet wurde. Wissenswertes über die Heilkräfte heimischer Arznei-, Würz- und Räucherkräuter, die seit jeher als Apotheke der Bauern Verwendung finden, erfährt der Besucher im Hallertauer Heilkräutergarten „Machaon“.
Mehr Informationen dazu finden Sie unter
www.naturlandhof-osterwind.de.