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Wasserstoffareal

Wasserstoffzentrum in Pfeffenhausen

2021 hat das Bundesverkehrsministerium Pfeffenhausen zusammen mit Chemnitz, Duisburg und einem norddeutschen Verbund als Standort für das nationale Wasserstoff Technologie- und Anwenderzentrum (WTAZ) ausgewählt. Dem vorausgegangen war ein Bewerbungsverfahren mit Standorten aus fast allen Bundesländern. Pfeffenhausen entpuppte sich dabei als optimaler Standort. Angesiedelt wird das Wasserstoffzentrum auf einem knapp 13 Hektar großen Areal zwischen Pfeffenhausen und Schmatzhausen.

Im WTAZ in Pfeffenhausen, das voraussichtlich vom Bund mit 72,5 Millionen Euro und vom Freistaat Bayern mit mindestens 30 Millionen Euro unterstützt wird, soll vor allem die nötige Infrastruktur für Forschung und Entwicklung rundum Wasserstoff im Mobilitätskontext  zur Verfügung gestellt werden. Schwerpunkte sind unter anderem die Bereiche Tan- und Betankungstechnik, schwere Nutzfahrzeuge und verflüssigter Wasserstoff. Das Wasserstoffzentrum ist kein rein produzierender Standort, sondern vor allem ein Dienstleistungszentrum mit Test-, Prüf-, Standardisierungs- und Zertifizierungseinrichtungen.

Elektrolyseur produziert grünen Wasserstoff

Neben dem Wasserstoffzentrum wurde auf dem Areal ein Elektrolyseur errichtet. Dieser wurde im Rahmen der vom früheren Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) geförderten Modellregion „HyBayern“, zu der die Landkreise Landshut, Ebersberg und München gehören, in Pfeffenhausen angesiedelt und wird seit der Inbetriebnahme im Frühjahr 2024 von der Hy2B Wasserstoff GmbH – mit ihren Gesellschaftern Hynergy Invest GmbH, BayWa AG, Tyczka Hydrogen GmbH, den Landkreisen Landshut und München sowie den Energiegenossenschaften Niederbayern eG, Isar eG und Unterhaching eG – betrieben.  Der Elektrolyseur kann jährlich bis zu 1.000 Tonnen grüner Wasserstoff herstellen, der an den Regionalbusverkehr des MVV, bestehende und neue Wasserstofftankstellen in der Metropolregion München sowie weitere Abnehmer in ganz Deutschland geliefert wird. Maximal sechs Lastwagen pro Tag transportieren den Wasserstoff ab. Wenn auch Elektrolyseur und Wasserstoffzentrum unterschiedliche Vorhaben darstellen, hängen sie insoweit zusammen, als dass der Elektrolyseur künftig das Wasserstoffzentrum selbst, als auch das Gewerbe, das sich auf dem Areal ansiedelt, mit grünem Wasserstoff versorgt.

Grüner Strom aus der Region für die Wasserstoffproduktion

Der Strom, der für die Erzeugung von grünem Wasserstoff erforderlich ist, wird vorwiegend in direkter Nachbarschaft produziert. Die BürgerEnergie Niederbayern eG hat eine zwölf Megawatt starke Photovoltaik-Freiflächenanlage auf einer benachbarten Fläche errichtet, die direkt an den Elektrolyseur angeschlossen und über diesen mit dem Netz verbunden ist. Außerdem plant die Genossenschaft, ebenfalls in der näheren Umgebung zwei Windräder zu bauen. Dadurch wird ein netzdienlicher und wirtschaftlicher Betrieb des Elektrolyseurs ermöglicht und den regionalen Erzeugern eine kurzfristige Anschluss- und Abnahmemöglichkeit für ihren erneuerbaren Solar- und Windstrom geboten.

Flächenaufteilung auf dem Wasserstoffareal

Der Wasserstoff-Campus mit einer Größe von rund 12,8 Hektar wurde auf verschiedene Eigentümer aufgeteilt. Dem Markt Pfeffenhausen gehören die Flächen rund um das WTAZ (55.338 Quadratmeter), auf denen sich Gewerbe aus dem Wasserstoff- und Energiesektor ansiedeln kann.  Die H2LA GmbH, bestehend aus Markt Pfeffenhausen und Landkreis Landshut, erwarb 66.375 Quadratmeter, auf denen das eigentliche Wasserstoffzentrum mit Laboren, Prüfständen, Freitestflächen, Büro- und Verwaltungsflächen errichtet werden soll. Auf 5.405 Quadratmetern hat die Hy2B Wasserstoff GmbH den Elektrolyseur errichtet und ein privates Unternehmen will auf 1.343 Quadratmetern eine sogenannte Autofrettage-Anlage – eine Testeinrichtung für Wasserstofftankanlagen – errichten.  
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