Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder überreicht Förderbescheide für Wasserstoffzentrum

Meldung vom 10. Februar 2026

Ein großer Meilenstein für das Wasserstoffzentrum (WTAZ) ist geschafft: Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat dem Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft, das hinter den Planungen für das WTAZ in Pfeffenhausen steht, am Dienstag (10.02.26) im Beisein von Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Staatsminister Hubert Aiwanger und Staatsminister Christian Bernreiter Förderbescheide für das Wasserstoffzentrum in Pfeffenhausen (WTAZ) überreicht. Das Bundesverkehrsministerium stellt für das WTAZ insgesamt 54 Millionen Euro zur Verfügung.

Wie Schnieder sagte, könnten bei zusätzlichen WTAZ-Vorhaben, die über die nun beantragten Projekte hinausreichten, weitere Förderanträge in Berlin eingereicht werden. Insgesamt stehen im Bundeshaushalt hierfür 72,5 Millionen Euro zur Verfügung. Ministerpräsident Dr. Markus Söder zeigte sich freudig, dass es nun endlich weitergehe: „Das WTAZ in Pfeffenhausen hat Strahlkraft über das kommunale Umfeld hinaus. Es ist ein High-Quality-Projekt für ganz Bayern“. Mit bis zu 30 Millionen Euro werde dieses durch den Freistaat Bayern unterstützt. Gelder für Grunderwerb und Erschließung seien bereits aus diesem Topf in Richtung der kommunalen Projektentwicklungsgesellschaft H2LA GmbH abgeflossen, so der Ministerpräsident. Die Staatsminister Aiwanger und Bernreiter dankte dem Bund, den Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft und vor allem auch den kommunalen Akteuren, die nie aufgegeben hätten, am Entstehen des WTAZ zu arbeiten.

Intensive Vorarbeit wird mit Förderbescheid belohnt

Dieser Erfolg ist das Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses, wurde Pfeffenhausen doch bereits im September 2021 im Rahmen eines bundesweiten Standortwettbewerbs als einer von vier Standorten des Innovations- und Technologiezentrums Wasserstoff ausgewählt. „Wir sind froh, dass unsere intensive Vorarbeit mit der Überreichung der rechtssicheren Förderbescheide nun endlich belohnt wird“, betont Bürgermeister Florian Hölzl. Es sei nicht leicht gewesen, ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten, dass den unterschiedlichen Bedarfen und vor allem auch den rechtlichen Anforderungen gerecht wird. „Hinter uns liegt ein steiniger Weg, der uns viel abverlangt hat“, so Hölzl. Jetzt gelte es, das Projekt weiter voranzutreiben.

„Das Wasserstoff Technologie- und Anwenderzentrum stellt eine enorme Bereicherung für unsere Region dar und wird vor allem dem nördlichen Landkreis Landshut noch einmal eine enorme Schubkraft geben“, ist Landrat Peter Dreier überzeugt. „Auch wenn der Weg lang war, haben wir als Landkreis Landshut und Markt Pfeffenhausen sofort an diese Idee geglaubt und von Stunde eins an unterstützt. Wir holen nun nicht nur Förderungen in einem höheren, zweistelligen Millionenbereich in unsere Region, sondern bereiten auch den Weg für eine nachhaltige Investitionskultur und Infrastrukturentwicklung. Dieser Förderbescheid hat Signalwirkung und steht quasi für gelebte Strukturpolitik und eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung“, so Dreier weiter.

Freudig zeigen sich Landrat Peter Dreier und Bürgermeister Hölzl Florian auch insoweit, als nun erstmals im Landkreis Landshut Hochschulen mit eigenen Einrichtungen präsent sein werden. Das sei ein Schlüssel für einen erfolgreichen Technologietransfer auf dem Land. Genauso wie man ein leistungsstarkes Handwerk brauche, benötige man auch akademische Ankerpunkte in einem wirtschaftlich starken Landkreis. Gerade kleine und mittlere Betriebe, aber auch Studentinnen und Studenten aus der Region könnten davon profitieren.

Förderbescheide gehen an zwei Unternehmerkonsortien und regionale Hochschulen

Von der gesamten Förderung in Höhe von 54 Millionen Euro gehen 22 Millionen Euro an zwei Unternehmerkonsortien aus den Firmen Hynergy GmbH, dem Testdienstleister TesTNeT Engineering GmbH und dem Beratungsunternehmen Ludwig-Bölkow Systemtechnik, die eine wasserstoffbefähigte Testhalle für wirtschaftliche und nichtwirtschaftliche Aktivitäten sowie einen Verflüssiger, mithilfe dessen sich Wasserstoff verflüssigen lässt und der vor Ort zu Test- und Entwicklungstätigkeiten genutzt werden soll, errichten wollen. 32 Millionen Euro erhalten drei regionale Hochschulen – HAW Landshut, OTH Regensburg und TH Ingolstadt, die in der wasserstoffbefähigten Halle eigene Prüf- und Teststände errichten wollen.  

Die Schwerpunkte des WTAZ am Standort in Pfeffenhausen liegen bei Wasserstoffantrieben sowie Betankungstechniken unter Einsatz von Flüssigwasserstoff, kryokomprimiertem Wasserstoff und gasförmigem Wasserstoff. Dabei soll das Zentrum eine Grundinfrastruktur für das Testen, Prüfen und Zertifizieren vor allem auch für kleine und mittlere Unternehmen zur Verfügung stellen. Da nun feststeht, welche Komponenten die Testhalle beinhalten wird, können nun auch interessierte Firmen besser abschätzen, welche Synergien das WTAZ für sie bereitstellen kann. Vor diesem Hintergrund möchte der Markt Pfeffenhausen heuer noch mit der Vermarktung der kommunalen Gewerbeparzellen rund um das WTAZ beginnen. Schließlich hat die Gemeinde ihre Hausaufgaben gemacht: Das gesamte Areal ist erschlossen und kann bebaut werden. Dabei spricht sich Hölzl jedoch für ein organisches Wachstum aus. Finanziell stehe die Gemeinde nicht unter Druck, da der Erwerb und die Erschließung der Fläche, die für das WTAZ mitsamt Erweiterungs- und Wachstumsoptionen vorgesehen ist, durch den Freistaat Bayern vorfinanziert wurde. Eigentümerin dieser Fläche ist dabei die H2LA GmbH, eine Kommunalgesellschaft aus Markt Pfeffenhausen und Landkreis Landshut.

In der Testhalle des WTAZ soll der Wasserstoff genutzt werden, den der fünf Megawatt leistungsstarke Elektrolyseur der Hy2B Wasserstoff GmbH, produziert. Der Elektrolyseur, der netzdienlich aus grüner Energie betrieben wird, befindet sich bereits im Regelbetrieb. Zwar wurde dieser neben dem geplanten Wasserstoffzentrum errichtet, steht aber in keinem fördertechnischen Zusammenhang zum WTAZ.

 

 

Kontakt

Anna Kolbinger

Büro des Bürgermeisters, Öffentlichkeitsarbeit
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