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Hohe Energiekosten lassen Kanalgebühren steigen

Meldung vom 5. Dezember 2025

 

Im kommenden Jahr steigen die Kanalgebühren im Markt Pfeffenhausen auf 3,96 Euro pro Kubikmeter. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Grund dafür sind vor allem die Preisexplosionen infolge des Ukrainekriegs mit zwischenzeitlich sehr hohen Stromkosten. Doch der Markt Pfeffenhausen tut auch einiges dafür, die Kostenentwicklung im Hinblick auf die Zukunft zu dämpfen und investiert von daher in Energiesparmaßnahmen auf der Kläranlage.

Da es sich bei der Abwasserbeseitigung um eine kostenrechnende Einrichtung handelt, müssen nach den rechtlichen Vorgaben die Gebühren der Anschlussnehmer die Kosten vollumfänglich decken. Der Markt Pfeffenhausen hat den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband mit der Berechnung der neuen Gebühren beauftragt. Dieser kam auf eine neue Einleitungsgebühr für die Jahre 2026 bis 2029 in Höhe von 3,96 Euro je Kubikmeter. Seit der letzten Anpassung vor acht Jahren liegt diese derzeit bei 2,97 Euro. Bei der letzten Überrechnung 2022 ist der Gebührensatz konstant gehalten worden. Der Sprung entsteht dadurch, dass die Gebühren in den vergangenen Jahren die Ausgaben nicht  decken konnten. Das ist das Resultat der durch den Prüfungsverband erfolgten Nachrechnung. Allein aus den Jahren 2020 bis 2025 ergibt sich eine Kostenunterdeckung von rund 760.000 Euro ohne Verzinsung, die in den neuen Abrechnungszeitraum von 2026 bis 2029 übertragen werden müssen. Von den 3,96 Euro entfallen dadurch 0,94 Euro auf die Nachkalkulation. Ohne diese Unterdeckung lägen die neuen Gebühren bei 3,02 Euro. Bei einem Jahresverbrauch von beispielsweise 100 Kubikmetern liegen die Mehrkosten bei 99 Euro im Jahr.

Die Kostenunterdeckung ist vor allem mit allgemeinen Preissteigerungen bei den Unterhalts- und Betriebskosten sowie mit den notwendigen Investitionen in das Abwasserbeseitigungsnetz zu begründen. Die größte Rolle spielt hier der Strompreis, der bei einem Jahresstromverbrauch der Kläranlage von rund 316.000 kWh entscheidend ist. Da der Stromliefervertrag Ende 2022 auslief, musste der Markt Pfeffenhausen im Spätherbst 2022 zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt einen neuen Stromanbieter suchen, da die Strompreise zu der Zeit aufgrund des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine in die Höhe schossen. Letztlich musste die Marktgemeinde mangels Alternativen einen Vertrag zu einem Energiepreis von 43,396 Cent/kWh ohne Steuern und Umlagen abschließen – in den Vorjahren lag dieser lediglich bei 4,72 Cent/kWh. Für den Bezugszeitraum 2024 bis 2025 liegt der Energiepreis bei 19,0 Cent/kWh und ab kommendem Jahr bei 10,10 Cent/kWh.

Um in Zukunft weniger Energie zu verbrauchen und damit die Kostenentwicklung zu dämpfen, ist angedacht, die Energieeffizienz der Kläranlage zu steigern. Dazu soll ein Blockheizkraftwerk zur Verstromung des eigenen Klärgases errichtet sowie energiesparsame Plattenbelüfter im Belebungsbecken nachgerüstet werden. Würden diese Maßnahmen wie geplant umgesetzt, könnte die Kläranlage ab 2028 stromtechnisch autark arbeiten, betonte Hölzl. Dadurch spare man sich bis zu 100.000 Euro an Stromkosten pro Jahr.

Daniel Stieglmeier (CSU) und Robert Mora (Grüne) hoben hervor, dass es die richtige Entscheidung sei, die Kläranlage aufgrund des hohen Energieverbrauchs autark betreiben zu wollen. Mora betonte, dass die Erhöhung der Gebühren erforderlich sei. Man habe die Aufwendungen der letzten Jahre zu einem beträchtlichen Teil aus dem Steuertat vorfinanziert, müsse aber nun die Gebühr anpassen. Dem schloss sich auch FW-Fraktionssprecher Klaus Leopold an. Er zollte der Verwaltung Respekt, dass offen und transparent mit dem Thema umgegangen werde. Im Gegensatz zur großen Politik habe man vor Ort auch die Kraft, schwierige Entscheidungen zu treffen und offen zu kommunizieren. Michael Wensauer, CSU-Fraktionssprecher, stieß in das gleiche Horn und erinnerte an die Investitionsentscheidungen der Vergangenheit, die unausweichlich gewesen seien und sich in den Gebühren niederschlagen müssten. Die Marktgemeinderatsmitglieder lobten die ausführliche Darstellung der Gebührenberechnung und beschlossen die Gebühren ohne Gegenstimme.

Weitere Informationen dazu finden Sie in der Präsentation

Kontakt

Anna Kolbinger

Büro des Bürgermeisters, Öffentlichkeitsarbeit
Zimmer I.4 (1. Stock)
08782 / 9600-34
kolbinger@markt-pfeffenhausen.de
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