

Während der Verwaltungshaushalt mit 13,80 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr um 13,62 Prozent gestiegen ist, erhöht sich der Vermögenshaushalt um 33,67 Prozent und liegt heuer bei 12,34 Millionen Euro. Im Vermögenshaushalt schlagen als größte Ausgabeposten der Neubau der Schulturnhalle mit 3,5 Millionen Euro und die Sanierung des Nardinikindergartens mit 2,1 Millionen Euro zu Buche. Weitere größere Ausgaben sind etwa für den Straßenbau mit rund 1,12 Millionen Euro eingeplant. Hier fallen unter anderem für abgeschlossene Sanierungsmaßnahmen sowie die Erschließung des Wasserstoffgeländes noch Restzahlungen an. Außerdem ist wieder eine Kleinstellensanierung eingeplant. Der Breitbandausbau schlägt heuer mit 842.000 Euro zu Buche und für den Erwerb von künftigen Gewerbegrundstücken sind Kosten von 689.000 Euro eingeplant. Für die Feuerwehren plant der Markt Pfeffenhausen mit Ausgaben von insgesamt 568.000 Euro – unter anderem für eine Schlauchpflegeanlage, den Kauf des TLF 3000 sowie die Einführung des Digitalfunks.
Die Marktgemeinde rechnet heuer bei einem Ansatz von rund 2,22 Millionen Euro mit deutlich weniger Gewerbesteuereinnahmen (-591.000 Euro). Die Einnahmen aus der Einkommenssteuer werden hingegen mit 3,77 Millionen Euro um rund 208.000 Euro höher erwartet als im vergangenen Jahr. In Sachen Umsatzsteuerbeteiligung rechnet die Gemeinde mit 239.000 Euro. Die Einnahmen aus der Grundsteuer A bleiben mit 119.000 Euro auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr, bei der Grundsteuer B geht der Markt Pfeffenhausen von Mehreinnahmen aus und plant einen Ansatz von 769.000 Euro ein. Die Schlüsselzuweisungen steigen heuer aufgrund der gesunkenen Steuerkraft in 2023 um 259.000 Euro auf 1,02 Millionen Euro. Hierbei handelt es sich um pauschale Zuweisungen des Freistaats Bayern, in deren Verwendung die Gemeinde frei ist. Aufgrund des Rückgangs der Umlagekraft der Marktgemeinde reduziert sich die Kreisumlage trotz der Anhebung des Umlagesatzes um 192.000 Euro auf 3,35 Millionen Euro. Geplant ist, dem Vermögenshaushalt aus dem Verwaltungshaushalt 620.000 Euro zuzuführen. Damit werden die haushaltsrechtlichen Vorgaben an die dauernde Leistungsfähigkeit der Gemeinde erfüllt, wonach die Zuführung an den Vermögenshaushalt mindestens in Höhe der eingeplanten ordentlichen Kredittilgungen zu erfolgen hat.
Finanziert werden die Ausgaben unter anderem durch Fördermittel. So rechnet die Marktgemeinde etwa mit Zuschüssen von 736.000 Euro für die Sanierung des Nardinikindergartens und mit 712.000 Euro für den Breitbandausbau. Auch werden noch Fördermittel in beträchtlicher Höhe für schon abgeschlossene und seitens der Gemeinde vorfinanzierte Maßnahmen wie zum Beispiel den Bau des Kinderhauses Bachspatzen oder die Hochwasserrückhaltung zwischen Nieder- und Oberhornbach erwartet.
Außerdem sind Einnahmen durch den Verkauf von Baugrundstücken von rund einer Million Euro und Gewerbegrundstücken von 1,3 Millionen Euro eingeplant. Vorgesehen ist, aus den Rücklagen einen Betrag von 3,24 Millionen Euro zu entnehmen sowie einen Kredit in Höhe von rund 992.000 Euro in Anspruch zu nehmen. Sollte der Kredit in voller Höhe benötigt werden, würde der Schuldenstand zum Ende des Jahres 4,87 Millionen Euro betragen und um rund 735.000 Euro moderat wachsen. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 917,61 Euro. Bürgermeister Florian Hölzl betonte in der Haushaltssitzung, dass es gelungen sei, trotz schwieriger fiskalischer Rahmenbedingungen und beträchtlicher Investitionen durch Priorisierung und gezielte Einsparungen einen Haushalt vorzulegen, der mit einer Nettoneuverschuldung von rund 730.000 Euro auskommt. Im Hinblick auf das Haushaltsjahr 2024 zeigte sich Hölzl erfreut, dass die für 2024 eingeplante Kreditaufnahme in Höhe von rund 909.000 Euro nicht in Anspruch genommen und entgegen der damaligen Planung die Rücklage zum Jahresende nicht bis auf den gesetzlich vorgegebenen Sockelbetrag aufgebraucht werden musste. Stattdessen sei man in der Lage gewesen, infolge einer disziplinierten Bewirtschaftung der Haushaltsmittel das Rücklagenkonto der Gemeinde mit rund 3,35 Millionen Euro zu befüllen, was trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu einer guten Ausgangslage für das Haushaltjahr 2025 beigetragen habe. Im Rahmen einer vorsichtigen Vorausschau auf die Zeit bis 2028 betonte Hölzl bei den Beratungen zum Finanzplan, dass das Jahr 2026 mit den dort eingeplanten Investitionen für wirkliche Generationenprojekte herausfordernd sein dürfte, während es ab 2027 zu einer Konsolidierung der Gemeindefinanzen kommen werde.
Um über den Winter mit dem Ziel eines Baubeginns im zeitigen Frühjahr 2026 Ausschreibungen für wichtige Projekte wie den Geh- und Radweg nach Rainertshausen, den Hochwasserschutz in Oberlauterbach oder auch die Erweiterung der Offenen Ganztagsschule vornehmen zu können, hat sich der Gemeinderat dafür entschieden, dieses Jahr im Haushalt mit sogenannten Verpflichtungsermächtigungen zu arbeiten. Das ist ein haushaltsrechtliches Instrument, um noch im alten Haushaltsjahr rechtssicher Verbindlichkeiten für künftige Haushaltsjahre eingehen zu dürfen. Konkret plant die Gemeinde in 2026 mit Verpflichtungsermächtigungen von rund 7,35 Millionen Euro, in 2027 mit 2,38 Millionen Euro und in 2028 mit 700.000 Euro. Durch die Bank traf dieses Vorgehen auf Zustimmung, stärkt es doch die Handlungsfähigkeit der Gemeinde.
Die Fraktionssprecher waren sich in ihren Haushaltsreden einig, einen soliden Haushalt verabschieden zu können und betonten, dass vor allem mit dem Turnhallenneubau und der Sanierung des Nardinikindergartens in zukunftsweisende Projekte investiert werde. In Anbetracht dieser Zukunftsinvestitionen, die Pfeffenhausen prägen, bestand Einigkeit, dass die eingeplante Kreditaufnahme verantwortbar sei. Der Gemeinderat steht geschlossen hinter diesem Haushalt, den in der Federführung Kämmerin Tina Hofbauer gemeinsam mit Ingrid Schweiger ausgearbeitet hat, sodass die Abstimmung einstimmig ausfiel.
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