Inbetriebsetzung des Elektrolyseurs gestartet – Wochenende stand ganz im Zeichen des Wasserstoffs
Meldung vom 24. April 2024
Das letzte Wochenende stand in Pfeffenhausen ganz im Zeichen der Grünen Wasserstofferzeugung. Am Freitag kamen zum Start der Inbetriebsetzung des ersten bayerischen netzdienlichen Megawatt-Elektrolyseurs am künftigen Wasserstoffzentrum Pfeffenhausen rund 200 geladene Gäste zusammen. Unter ihnen waren auch Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder (CSU) und sein Stellvertreter Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW). Söder betonte die Bedeutung Grünen Wasserstoffs im Allgemeinen und des Vorhabens in Pfeffenhausen im Besonderen. Der Wasserstoffcampus Pfeffenhausen sei ein zentraler Pfeiler bayerischer Energie- und Mobilitätspolitik. Von daher werde man die Entwicklung des Technologietransferzentrums auch weiterhin nach Kräften mit den zugesagten 30 Millionen Euro aus Landestöpfen finanziell unterstützen. Der Landeschef war ob der Bürgerbeteiligung voll des Lobes und sprach von Pfeffenhausen als einer der innovativsten Gemeinden des ganzen Regierungsbezirks. Wirtschaftsminister Aiwanger (FW) dankte der Betreibergesellschaft des Grünen Elektrolyseurs, der Hy2B Wasserstoff GmbH, die mit viel Hingabe und Pioniergeist das Projekt vorangetrieben habe. Für die kommunale Familie sprachen Landrat Peter Dreier und Pfeffenhausens Bürgermeister Florian Hölzl. Letzterer freute sich, anlässlich des Festakts die erste Hausnummer mit der Bezeichnung „Wasserstoffzentrum 1“ an die Gesellschafter der Hy2B Wasserstoff GmbH übergeben zu können. Zu ihnen zählen neben namhaften Unternehmen wie zum Beispiel der BayWa drei Bürgerenergiegenossenschaften mit rund 1000 beteiligten Bürgerinnen und Bürgern sowie die Landkreise Landshut und München. Im Rahmen der sich anschließenden Fachvorträge und Führungen konnten die Gäste die 5 Megawatt starke Anlage im Detail kennenlernen. Im Sommer 2024 soll dann mit Abschluss der Inbetriebsetzung tatsächlich die grüne Wasserstofferzeugung beginnen. Der Elektrolyseur ist mit einem gemeinsamen Netzverknüpfungspunkt direkt mit der 12 Megawatt starken PV-Anlage der Bürgerenergiegenossenschaft Niederbayern in Burghart verbunden. Der vor Ort erzeugte Grüne Wasserstoff wird komprimiert, in Trailern abgefahren wie auch später im unmittelbar anrainenden Technologietransferzentrum genutzt. Bürgermeister Florian Hölzl freute sich über das gelungene Stelldichein zum Start der Inbetriebsetzung und den starken Rückhalt aus München. Dieser mache Mut und lasse die Akteure weiter beherzt arbeiten. In diesem Zusammenhang erinnerte er auch nochmal an die bis Ende April laufende Bedarfsumfrage zum Thema Nahwärme: „Ich darf alle Hauseigentümer aufrufen, sich an der völlig unverbindlichen Umfrage zu beteiligen. Unser Ziel ist es, ein Nahwärmenetz aufzubauen und dabei auch auf die Abwärme des Elektrolyseurs zurückzugreifen.“ Am Samstag fand sodann der Tag der Bürger statt. Aus Sicherheitsgründen stand nur ein limitiertes Kontingent an Tickets bereit, das in kürzester Zeit vergriffen war. Insgesamt wurden rund 700 Bürgerinnen und Bürger in vier Durchgängen durch die Anlage, in dessen Mittelpunkt die Stacks und die Verdichter stehen, geführt. Eingangs erklärte der Geschäftsführer der Hy2B Wasserstoff GmbH Dr. Brunner kompakt den Aufbau des Wasserstoffcampus Pfeffenhausen und vor allem die Bedeutung des Grünen Wasserstoffs. Dieser sei das „Schweizer Taschenmesser“ der Energiewende. Um die Abhängigkeit von Atomstrom und fossilen Energieträgern zu lösen, müssten die Erneuerbaren weiter ausgebaut werden. Damit verbunden sei aber systemgeschuldet eine Überdimensionierung der Erzeugungsanlagen: „Es gibt sonnenreiche Tage, an denen schon heute an vielen Stunden des Tages PV-Anlagen vom Netz genommen werden müssen.“ Um das zu verhindern, brauche man dringend Energiespeicher. Der netzdienlichen Erzeugung Grünen Wasserstoffs mittels Elektrolyse, um Überschussstrom nicht abzuregeln, komme dabei eine zentrale Rolle zu. Um den Bürgertag organisieren zu können, war die Hilfe von rund zehn Ehrenamtlichen und der Freiwilligen Feuerwehr Pfeffenhausen notwendig. Bürgermeister Florian Hölzl dankte allen Ehrenamtlichen für diesen besonderen Einsatz: „Dank eurer Unterstützung haben wir uns einmal mehr als herzlicher und professioneller Gastgeber erwiesen.“
