Ab September neue Kindergarten- und Krippengebühren in Pfeffenhausen
Meldung vom 25. März 2024
Der Marktgemeinderat hat sich in seiner letzten Sitzung geschlossen dafür ausgesprochen, die Benutzungsgebühren für die gemeindlichen Kindertageseinrichtungen „Bachspatzen“ und „Nardinis“ mit Wirkung zum 1. September 2024 moderat anzuheben. Hintergrund der Entscheidung sind die allgemeinen Sach- und Personalkostensteigerungen, von denen auch das Kinderkrippen- und Kindergartenwesen nicht gefeit ist. Wie Bürgermeister Florian Hölzl ausführte, sei man darum bemüht, trotz des allgemein bekannten Fachkräftemangels durchgehend eine hohe Betreuungsqualität zu gewährleisten, was aber auch mit entsprechenden Kosten verbunden sei. Während förderrechtlich ein Betreuungsschlüssel von eins zu elf (ein/e Mitarbeiter/in auf 11,0 Buchungszeitstunden) vorgegeben ist, habe dieser bei den Bachspatzen von September 2022 bis August 2023 durchschnittlich unter eins zu zehn betragen. Ein Blick in die Betriebskostenabrechnungen der gemeindlichen Einrichtungen, so Hölzl, mache deutlich, wie wichtig der Gemeinde die Betreuung der Kleinsten sei. So habe man in 2023 nach den vorläufigen Ergebnissen zum Beispiel rund 280000 Euro aus allgemeinen Steuermitteln aufwenden müssen, um das Defizit der Bachspatzen auszugleichen. Hinzukämen Aufwendungen zum Defizitausgleich weiterer Einrichtungen und die kommunale kindbezogene Förderung für nicht in eigenen Einrichtungen betreute Kinder mit Wohnsitz in Pfeffenhausen: „Die Landesförderung ist nicht auskömmlich. Hier muss dringlich nachgebessert werden“, so der Bürgermeister. Die neuen Gebührensätze sollen ab September auch für den Kindergarten St. Martin gelten. Insoweit dankte Hölzl Josef Hyronimus (CSU), der in seiner Funktion als Kirchenpfleger die Abstimmungen mit der Kirchenstiftung durchgeführt habe. Bei der Vorbereitung des Tagesordnungspunkts habe die Verwaltung auch die Gebühren in den Nachbarkommunen in den Blick genommen. Hiernach läge man nach der Erhöhungsrunde immer noch im Mittel. Die Ratsmitglieder begrüßten in ihren Wortmeldungen die geplante Tarifanpassung. Robert Mora (Grüne) hätte sich aufgrund der hohen Qualität der Einrichtungen und des kommunalen Defizits noch eine etwas deutlichere Erhöhung vorstellen können. 2. Bürgermeisterin Christa Popp sprach sich auch für die Anhebung aus, weil vor Ort ein sehr gutes Angebot vorgehalten werde, was eben auch mit Kosten verbunden sei.
Nachfolgend die neuen Gebühren ab 01.09.2024:
Kindergarten
Buchungszeit Bisher Neu
bis 4 Stunden täglich 78,00 Euro 100,00 Euro
über 4 – 5 Stunden täglich 88,00 Euro 110,00 Euro
über 5 – 6 Stunden täglich 98,00 Euro 120,00 Euro
über 6 – 7 Stunden täglich 108,00 Euro 130,00 Euro
über 7 – 8 Stunden täglich 118,00 Euro 140,00 Euro
über 8 – 9 Stunden täglich 128,00 Euro 150,00 Euro
Kinderkrippe
Buchungszeit Bisher Neu
bis 4 Stunden täglich 140,00 Euro 160,00 Euro
über 4 – 5 Stunden täglich 158,50 Euro 180,00 Euro
über 5 – 6 Stunden täglich 176,50 Euro 200,00 Euro
über 6 – 7 Stunden täglich 194,50 Euro 220,00 Euro
über 7 – 8 Stunden täglich 212,50 Euro 240,00 Euro
über 8 – 9 Stunden täglich 230,50 Euro 260,00 Euro
Mittagessen
Die Kosten für die Mittagsverpflegung (frisch gekochtes Essen) in Höhe von 70 Euro pro Monat bei vier Essenstagen sollen unverändert bleiben. Für den Monat August fallen keine Gebühren für das Essen an.
Materialgeld und Portfolio
Je Betreuungsjahr werden 25 Euro für Bastel-, Spiel- und Vorschulmaterial erhoben.
Staatliche Zuschüsse:
Der Freistaat Bayern übernimmt die Kindergartengebühren in Höhe von 100 Euro je Monat, so dass die Sorgeberechtigten nur für Gebühren über 100 Euro aufkommen müssen.
Die Sorgeberechtigten der Krippenkinder erhalten in Abhängigkeit ihrer Einkommensverhältnisse gegebenenfalls einen Zuschuss des Freistaats Bayern. Dafür müssen sie einen Antrag beim Zentrum Familie Bayern und Soziales (ZBFS) stellen.