Wie ist der Stand in Sachen Wasserstoffpark? Markt Pfeffenhausen und Landkreis Landshut informieren über den Stand „Wir bleiben mit ganzer Kraft am Ball“
Meldung vom 4. August 2023
Pfeffenhausen. Wie ist der Stand in Sachen Wasserstoffpark Pfeffenhausen? Nach Abschluss der Bauleitplanverfahren und der erfolgten Erschließungsplanung durch das Ingenieurbüro Ferstl aus Landshut kann in Bälde die gemeindliche Erschließungstätigkeit fortgesetzt werden. Nachdem schon im letzten Jahr das Bauunternehmen Fahrner aus Mallersdorf-Pfaffenberg den ersten Erschließungsabschnitt erfolgreich verwirklichte, hat das Unternehmen Pritsch aus Herrngiersdorf den Auftrag für die noch ausstehenden Tiefbauarbeiten erhalten, um das knapp 13 Hektar große Gebiet zwischen Schmatzhausener Straße und Dürnwinder Straße zu erschließen. Zum Bauprogramm gehören ganz klassisch die Anlage von Straßen und Gehwegen, das Verziehen von Wasserleitungen, Schmutz- und Regenwasserkanälen, die Montage von Straßenlaternen und nicht zuletzt die Versorgung mit Strom- und Datenleitungen wie auch die Durchführung einer wertigen Eingrünung. All das soll in Kooperation mit den zuständigen Spartenträgern vom Wasserweckverband Rottenburger Gruppe über das Bayernwerk bis hin zur Deutschen Telekom passieren. Die seitens der Gemeinde beauftragten Erschließungsmaßnahmen belaufen sich dabei auf rund 2,1 Millionen Euro. Vom Zeitplan her ist angedacht, noch im Herbst 2023 den Straßenstich entlang des Elektrolyseurs zu vervollständigen, während im Übrigen die Bautätigkeit in 2024 erfolgen und nach heutigem Zeitplan dann bis in den Herbst hinein abgeschlossen sein soll. Als Erfolg, so die Rathausverwaltung, dürfe die Gemeinde die Ausarbeitung und den Abschluss von Rahmenkostenvereinbarungen mit sämtlichen Grundeigentümern im Umgriff des geänderten Flächennutzungsplans verbuchen. Gemeinsam mit der Kanzlei Watson, Farley und Williams aus München sei es gelungen, eine für alle Parteien faire und vor allem transparente Kostenverteilregel hinsichtlich der Erschließungsaufwendungen zu finden. Die Verträge fußten auf dem Grundsatz, wonach die im Gebiet anfallenden Aufwendungen auch im Gebiet verbleiben und von den dortigen Eigentümern vollends getragen werden. Querfinanzierungen aus anderen kommunalen Töpfen sei auf diese Weise der Riegel vorgeschoben worden. Wichtigster Grundeigentümer ist die H2LA GmbH mit den Gesellschaftern Landkreis Landshut und Markt Pfeffenhausen zu je einem Halb. Sie hält rund 6,7 Hektar und damit den Löwenanteil des künftigen Energieparks. Hierbei handelt es sich um den Flächenumgriff, auf dem perspektivisch das Technologiezentrum (ITZ) entstehen soll, für das der Bund eine Förderung von 72,5 Millionen in Aussicht stellt. Die H2LA GmbH hat sich jüngst noch stärker aufgestellt. Seit wenigen Wochen wird sie nämlich durch ein Geschäftsführer-Tandem aus Bürgermeister Florian Hölzl und Kreiswirtschaftsförderer Ludwig Götz geleitet. „Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, dieses Team an der Spitze der Gesellschaft zu installieren. Dadurch untermauern wir unseren Anspruch, in dieser Phase des Projekts bei der Ausrichtung des ITZs noch stärker die Bedürfnisse unserer heimischen Wirtschaft in den Blick zu nehmen", zeigt sich Landrat Peter Dreier überzeugt. Einen besonderen Dank richten Landrat wie auch Standortbürgermeister dieser Tage an die Bayerische Staatsregierung mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder und dessen Stellvertreter Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Bei der dieswöchigen Kabinettssitzung im niederbayerischen Freyung habe sich der Freistaat nochmal kraftvoll hinter die Wasserstoffregion Landshut und den Wasserstoffpark Pfeffenhausen mit Elektrolyseur und Technologiezentrum gestellt. Bekräftigt habe das Kabinett auch den Willen, 30 Millionen Euro in den süddeutschen H2-Mobilitätsstandort im Landkreis Landshut investieren zu wollen. „Wir freuen uns, dass das Land Wort hält. Der Freistaat hat nicht nur bereits die kompletten Grunderwerbskosten der H2LA GmbH getragen, sondern auch eine Übernahme der auf sie entfallenden Erschließungsaufwendungen mit Förderbescheid zugesagt", betonen Hölzl und Dreier unionso. Gestalt nimmt währenddessen der Grüne Elektrolyseur der Hy2B Wasserstoff GmbH an, der neben kommunalen Gebietskörperschaften und Genossenschaften auch namhafte Player der bayerischen Wirtschaft angehören. In einem nächsten Schritt wird nun planmäßig die Anlagentechnik für die im ersten Ausbauschritt fünf Megawatt starke Wasserstofferzeugungsanlage angeliefert und montiert, so dass der Testbetrieb noch dieses Jahr und der Regelbetrieb in der ersten Jahreshälfte 2024 aufgenommen werden soll. Er wird nicht nur Grünen Wasserstoff für den geplanten Technologiecampus und Nahverkehrsbetriebe in der Wasserstoff-Modellregion Landshut-München-Ebersberg liefern, sondern durch den netzdienlichen Betrieb vor allem auch „Erneuerbaren“ ins Netz verhelfen und damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in der Region leisten. Dass der Elektrolyseur am Rand der Hallertau gewissermaßen Pate des aufgesetzten bayerischen Elektrolyseur-Förderprogramms ist, erfüllt die kommunalen Verantwortungsträger im Pfeffenhausener Rathaus und Landshuter Landratsamt dabei durchaus mit Freude. „Anstrengend, aber nicht frustrierend“, so Hölzl und Dreier, sei ihrer Wahrnehmung nach der Weg hin zum Technologienzentrum. Hier sollen bekanntlich Unternehmen aus der Mobilitätsbranche professionelle Unterstützung bei der Entwicklung, Standardisierung, Testung und Zertifizierung von Wasserstoffkomponenten erfahren. Verwirklicht werden soll dieser H2-Hotspot durch ein Unternehnens- und Forschungskonsortium aus Bayern. Gegenwärtig arbeiten die Konsortien aller vier deutschen Standorten gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium und dem Projektträger PTJ an den Umsetzungskonzepten, um vor allem den beihilferechtlichen Vorgaben der EU-Kommission zu genügen. Bis in den Herbst hinein, so sei aus Berlin zu hören, sollen diese soweit fortgeschrieben sein, dass sie auch den Brüsseler Anforderungen entsprechen. Ausdrücklich begrüßen Bürgermeister Hölzl und Landrat Dreier in diesem Zusammenhang die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie durch die Bundesregierung. Bei der letzten Kabinettssitzung hat man sich dafür entschieden, das Thema H2 noch prominenter zu besetzen. Auch das Innovations- und Technologiezentrum für Wasserstoff findet dabei in dem Strategiepapier exklusiv Erwähnung. Der Standort Pfeffenhausen, der im Rahmen einer unabhängigen Bewertung durch das Institut Prognos Rang zwei belegte, soll bekanntlich gemeinsam mit Chemnitz, Duisburg und einem maritimen Städteverbund ein nationales Zentrum für Wasserstoffanwendungen im Mobilitätssektor abbilden. „Dass sich auf dem Weg hin zur Wasserstoffregion Landshut immer auch wieder Herausforderungen auftun und manches länger dauert als gewünscht, ist nicht ungewöhnlich und motiviert uns, weiter mit ganzer Kraft am Ball zu bleiben“, sagen Hölzl und Dreier übereinstimmend.
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Anna Kolbinger
Büro des Bürgermeisters, Öffentlichkeitsarbeit