Marktgemeinderat gibt Förderantragunterlagen frei: Gemeinde will Studie zur Nahwärmeversorgung ausarbeiten lassen und auf Erneuerbare setzen

Meldung vom 3. August 2023

Pfeffenhausen. Der Markt Pfeffenhausen prüft bekanntlich, ob der Gemeindeteil Pfeffenhausen, der gegenwärtig zu beträchtlichen Teilen an das Erdgasnetz angeschlossen ist, zukünftig mit Nahwärme versorgt werden kann. Hintergrund ist, dass die klimaneutrale Wärmeversorgung für die Erreichung der Klimaziele eine zentrale Rolle spielt. Für den klimaneutralen Umbau der Wärmeversorgung sind treibhausgasneutrale Wärmenetze entscheidend, da diese nicht nur die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen verringern, sondern auch die effiziente Wärmeversorgung von Verbrauchern mit erneuerbaren Energien ermöglichen.

Daher hat sich der Marktgemeinderat dazu entschlossen, um auch das Wärmepotenzial des Grünen Elektrolyseurs nicht ungenutzt zu lassen, eine Nahwärmenetzplanung für den Hauptort Pfeffenhausen zu erarbeiten. Zu diesem Zweck wurden von der Gammel Engineering GmbH aus Abensberg die Antragsunterlagen sowie eine detaillierte Projektskizze für die Stellung eines Förderantrages im Modul 1 nach der Richtlinie für effiziente Wärmenetze „BEW“ ausgearbeitet und zusammengestellt, die beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingereicht werden sollen. In der letzten Marktgemeinderatssitzung wurde der aktuelle Planungsstand der Antragstellung durch Dr.-Ing. Stefanie Reil (Gammel Engineering GmbH) vorgestellt. Für die Antragsunterlagen sowie die Projektskizze wurde bis zum jetzigen Bearbeitungsstand ein Gebiet mit 23.400 Trassenmetern für ein Wärmenetz in Pfeffenhausen untersucht inklusive aller potentiellen Wärmeerzeuger, wozu unter anderem die Abwärme des Elektrolyseurs, der Biogasanlagen mit Satelliten-BHKWs, Wärmegewinnung aus Abwässern und nicht zuletzt Biomassekessel zählen. Für den Fall, dass der Markt Pfeffenhausen einen positiven Förderbescheid erhält, schließt sich im Modul 1 die Erstellung einer Machbarkeitsstudie nach  den Richtlinien für effiziente Wärmenetze an. Die Machbarkeitsstudie, die sehr detailliert ist und das Stadium der Entwurfsplanung erreichen wird, soll darüber Auskunft geben, wie ein Wärmenetz im Detail aussehen könnte und ob es sich tatsächlich technisch wie auch wirtschaftlich umsetzen lässt. Vorgabe des Fördergebers ist es, dass der Energiemix mindestens zu 75 Prozent aus Erneuerbaren stammt. Darüber hinaus ist in der Machbarkeitsstudie das Zielbild des treibhausgasneutralen Wärmenetzes und der Transformationspfad zu skizzieren. Dabei sind indikative Anteile erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung für die Wegmarken 2030, 2035 und 2040 anzugeben. Nach Abschluss der Machbarkeitsstudie wird über die weitere Umsetzung des Wärmenetzes entschieden und gegebenenfalls bei positiver Prognose mit den Planungen sowie dem Bau begonnen. Der Aufbau einer Nahwärmeversorgung ist frühestens innerhalb von drei bis vier Jahren ab Start Modul 1 denkbar, soweit die Machbarkeitsstudie eine Rentabilität des Vorhabens erwarten lässt. Die Umsetzung muss dabei nicht zwingend durch die Kommune oder ein kommunales Tochterunternehmen erfolgen, sondern kann optional auch genossenschaftlich oder unternehmerisch getragen sein. Die Macharbeitsstudie (Modul 1) wird zu 50 Prozent seitens des Bundes gefördert. Eine etwaige Umsetzung der Studie würde im Modul 2 mit 40 Prozent gefördert werden. Die maximale Fördersumme beträgt bei der Umsetzung dabei 100 Millionen Euro je Antrag. Begrenzt ist die Umsetzungsförderung im Modul 2 auf eine sogenannte Wirtschaftlichkeitslückenförderung und damit auf die nicht gedeckten Kosten. Der Marktgemeinderat hat die Antragsunterlagen einstimmig freigegeben, so dass es nun darum geht, die Reaktion aus Berlin auf den Förderantrag zur anteiligen Finanzierung der geplanten Machbarkeitsuntersuchung abzuwarten. Wenn auch der Weg ein langwieriger ist, stimmten die Mitglieder des Marktgemeinderats doch darin überein, dass es sinnvoll sei, in einem ersten Schritt die Umsetzungsmöglichkeiten in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht fundiert untersuchen zu lassen. Nicht zuletzt haben man sich auch deshalb für den eingeschlagenen Weg ausgesprochen, um sich die Chance auf eine hohe Investitionskostenförderung des Bundes offenzuhalten.

Kontakt

Anna Kolbinger

Büro des Bürgermeisters, Öffentlichkeitsarbeit
Zimmer I.4 (1. Stock)
08782 / 9600-34
kolbinger@markt-pfeffenhausen.de
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