Eigentümer der Fläche ist der Wasserzweckverband Rottenburger Gruppe, der auf dem Areal einen Trinkwasserbrunnen und ein Wasserwerk betreibt. Für den Wasserzweckverband stellt die PV-Anlage eine optimale Lösung zur Flächennutzung dar, wird durch sie doch ein aktiver Beitrag zum Grundwasserschutz geleistet. „Wir versorgen von hier die umliegende Bevölkerung mit Trinkwasser sehr guter Qualität“, erklärte Wasserzweckverbandsvorsitzender Hans Weinzierl. Die BürgerEnergie Niederbayern eG hat die Flächen gepachtet und wird dort die PV-Anlage errichten und betreiben.
Die Idee, in Burghart eine große Freiflächen-PV-Anlage zu errichten, hatten die BürgerEnergie Niederbayern eG und der Wasserzweckverband Rottenburger Gruppe bereits vor rund vier Jahren, erläuterte BEN-Vorsitzender Martin Hujber. Dem ersten Gedanken folgten Abstimmungs- und Planungsprozesse, bis der Markt Pfeffenhausen durch die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans die rechtlichen Grundlagen für das Vorhaben legte. „Beschwerlich war auch der Weg eine Netzeinspeisezusage, in der Nähe zur PV-Anlage, zu erlangen“, so Hujber. Die PV-Anlage in Burghart ist nicht EEG-gefördert und erhält daher keine Einspeisevergütung, geregelt nach dem EEG. Der Strom muss auf dem freien Markt selbst vermarktet werden. Auch sonst erhält die BEN keinen Cent Fördergelder für die rund elf Millionen Euro Investitionsvolumen. „Das schaffen wir ganz alleine, ausschließlich mit dem finanziellen Engagement unserer Mitglieder“, betonte Hujber. Dafür gibt die BEN verstärkt neue Geschäftsanteile aus und finanziert damit den hohen Eigenkapitalbedarf. Um auch die Menschen vor Ort zu beteiligen, wurde den Bürgern aus Pfeffenhausen und Umgebung ein Vorrang eingeräumt, beim Erwerb von Geschäftsanteilen, womit das Projekt finanziert wird. „So haben die Bürgerinnen und Bürger aus unserer Heimatregion die Möglichkeit, direkt an der Energiewende vor ihrer Haustür mitzuwirken“, betonte Bürgermeister Florian Hölzl. Er bedankte sich bei allen Projektbeteiligten für den Pioniergeist und die Bereitschaft, den Worten von der Bedeutung der Energiewende auch Taten folgen zu lassen. Dass der Marktgemeinderat die bauleitplanerischen Voraussetzungen für dieses Großvorhaben geschaffen habe, sei genauso wenig selbstverständlich wie die Bereitschaft des Wasserzweckverbands und der BEN, dieses Vorhaben in Angriff zu nehmen.
Dass es sich bei der PV-Anlage in Burghart um keine kleine Anlage handelt, wurde deutlich, als BEN-Vorstandsmitglied Martin Bruckner erläuterte, dass der Strom, der ab diesem Sommer dort produziert wird, rund 3.000 Haushalte, was einer Kleinstadt mit rund 7.500 Einwohnern entspricht, versorgen könnte. Durch die grüne Stromproduktion werden jährlich rund 8.000 Tonnen Treibhausgase eingespart, betonte Bruckner weiter. Der Strom der PV-Anlage Burghart wird über eine eigene Einspeiseleitung an den Netzverknüpfungspunkt, des in rund zwei Kilometer Entfernung gebauten Elektrolyseurs, am Wasserstoffcampus, abgegeben. Die Anlage versorgt damit künftig auch den Elektrolyseur, mit grünem Strom. Er produziert mit Hilfe von regenerativem Strom und Wasser grünen Wasserstoff. Der überschüssige Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Das später entstehende Wasserstoffzentrum könnte ebenfalls Strom aus der PV-Anlage Burghart beziehen.
Ein kleiner Teilabschnitt der Fläche wird für einen kleinen PV-Anlagenabschnitt genutzt, der direkt dem Wasserzweckverband Rottenburger Gruppe, dem Eigentümer des Grundstücks, zur Verfügung gestellt wird. Der damit erzeugte Solarstrom wird direkt für das benachbarte Wasserwerk genutzt. „Die Realisierung des Projektes wird in drei Teilabschnitten erfolgen“, erläuterte Bruckner. Der letzte Abschnitt soll bis Ende Mai fertiggestellt sein. Neben der Gewinnung von regenerativem Strom, soll die PV-Freifläche aber auch einen wertvollen Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt leisten. Breite Ränder zu den angrenzenden Wäldern werden als Ausgleichsflächen ökologisch aufgewertet. Die Grünflächenpflege soll schonend erfolgen, wie mit der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt, unter anderem möchte die BEN Schafe auf den Flächen weiden lassen. Zum Spatenstich fanden sich alle Projektbeteiligten ein: Neben Pfeffenhausens Bürgermeister Florian Hölzl und einigen Gemeinderäten auch Wasserzweckverbandsvorsitzender Johann Weinzierl, Hohenthanns Bürgermeisterin Andrea Weiß sowie Planer, Handwerker, Netzbetreiber und benachbarte Landwirte. Mit einer gemütlichen Brotzeit, musikalisch eingerahmt durch die Stadtkapelle Rottenburg, klang der Spatenstichtermin aus.