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Abwärme des Elektrolyseurs als Chance: Marktgemeinderat befasst sich mit Nahwärmeplanung für Pfeffenhausen

Meldung vom 3. Februar 2023

In Zeiten von Klimakrise und explodierenden Energiekosten möchte die Marktgemeinde ihren Beitrag für eine klimafreundliche und bezahlbare Wärmeversorgung leisten. Bereits im vergangenen Jahr hat der Gemeinderat beschlossen, einen klimaneutralen Wärmebezug für kommunale Gebäude auszuschreiben. Nun will man noch weiter denken und prüfen, inwiefern die gesamte Ortschaft – auch mithilfe der Abwärme des Elektrolyseurs – mit „grüner“ Nahwärme versorgt werden kann.
Durch den Austausch mit dem Abensberger Ingenieurbüro Gammel wisse man mittlerweile, dass bei der Produktion von Wasserstoff mit Hilfe von Wasser und Strom eine beträchtliche Menge an Abwärme entsteht. So beläuft sich die Wärmeleistung des Elektrolyseurs in der ersten Ausbaustufe auf 800 bis 1600 Kilowatt. In der zweiten Ausbaustufe kämen dann noch weitere 800 bis 1600 Kilowatt hinzu. Auch nach Abzug der voraussichtlich auf dem Wasserstoffcampus selbst benötigten Wärmemengen verbleibe ein beträchtlicher Überschuss, der für die Wärmeversorgung Pfeffenhausens genutzt werden könnte. Um sich die Dimensionen besser vorstellen zu können, erklärte Hölzl, dass ein Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren mit einer beheizten Gebäudefläche von 150 Quadratmetern über den Daumen gepeilt eine Heizleistung von rund 15 Kilowatt habe – Neubauten entsprechend weniger. Demzufolge könnten mit der Abwärme des Elektrolyseurs zahlreiche Gebäude versorgt werden. Diese könne mit 30 bis 40 Grad abgegriffen werden. Für ein großflächiges Nahwärmenetz seien laut Gammel weitere Wärmequellen wie Holzfeuerungs- oder Biogasanlage beziehungsweise Wärmepumpen sowie ein Wärmespeicher notwendig.

Die Elektrolyseur-Betreibergesellschaft Hy2B Wasserstoff GmbH ist zwar bereit, die Abwärme zu verkaufen – will allerdings nicht als Wärmeversorger auftreten. Daher möchte sich der Markt Pfeffenhausen vorerst selbst mit den Planungen befassen. Hierfür stehen der Kommune verschiedene Fördermittel zur Verfügung. So können Förderanträge nach der Richtlinie für effiziente Wärmenetze „BEW“ beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausführkontrolle (BAFA) gestellt werden. Hier gibt es zwei Module, die nacheinander beantragt werden können. Modul I sieht eine Förderung für eine Machbarkeitsstudie für neue Wärmenetze vor. Dabei werden Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit untersucht. Die Förderung beträgt 50 Prozent.

In einem zweiten Schritt könnte dann im Modul II der Bau des Wärmenetzes, also alle Maßnahmen von der Installierung der Erzeugungsanlagen über die Wärmeverteilung bis zur Übergabe der Wärme an die Gebäude gefördert werden. Hier liegt der Fördersatz bei 40 Prozent. Die Förderung des Moduls II ist dabei auf die Wirtschaftlichkeitslücke begrenzt und damit wird nur der Teil der Ausgaben gefördert wird, der nicht über entsprechende Erlöse gedeckt werden kann.

Aus Sicht des Marktgemeinderatsüberwiegen die Vorteile einer umfassenden Betrachtung des gesamten Ortes Pfeffenhausen, auch wenn diese deutlich zeitintensiver ist. „Wir sollten die Abwärme, die der Elektrolyseur ohnehin produziert, unbedingt nutzen und uns die Chance nicht entgehen lassen, mittel- bis langfristig im ganzen Ort Pfeffenhausen Optionen zur Wärmewende aufzuzeigen“, betonte zum Beispiel Bürgermeister Florian Hölzl. Hier sei in vielen Dörfern im Umland in den vergangenen Jahren privatwirtschaftlich getrieben bereits viel erreicht worden. Das sieht der Marktgemeinderat genauso. Da bereits die Förderantragsstellung sehr aufwendig ist und nur mit Hilfe eines Ingenieurbüros möglich ist, beauftragte der Gemeinderat deswegen in der nicht öffentlichen Sitzung am Dienstag (31.01.23) die Gammel Engineering GmbH aus Abensberg mit der Ausarbeitung einer Projektskizze für den Förderantrag. Ob die Planungen überhaupt und dann letztlich – durch die Kommune oder einen Drittanbieter als Wärmeversorger – auch umgesetzt werden, ist mit diesem Beschluss noch nicht entschieden.

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