Um den Elektrolyseur, mit dem Wasserstoff erzeugt wird, netzdienlich zu betreiben, ist die BürgerEnergie Niederbayern eG darauf aus, im Bedarfsfall möglichst viel Grünstrom auch in das Netz einspeisen zu können. Damit soll sichergestellt werden, dass – wenn das Netz einen hohen Strombedarf hat – der Strom aus Burghart am Elektrolyseur vorbei in das Netz eingespeist werden kann. Die Wasserstofferzeugungsanlage erlaubt dies, kann sie doch in einem 15-minütigen Rhythmus in Abhängigkeit der Netzauslastung ab- und angeschaltet werden.
Gegenwärtig steht die BürgerEnergie Niederbayern eG im Austausch
mit dem Bayernwerk, wusste die Verwaltung zu berichten, um final zu klären, inwiefern eine Netzeinspeisung möglich ist. Nach längerem Meinungsaustausch verständigten sich die Marktgemeinderatsmitglieder bei einer Gegenstimme darauf, aufgrund der nur schwer zu beurteilenden Situation während des laufenden Antragsverfahrens der BürgerEnergie Niederbayern eG von weiteren Aufstellungsbeschlüssen für PV-Anlagen abzusehen. Gegenwärtig liegen dem Gremium drei Anträge auf neue Freiflächen-PV-Anlagen im Gemeindegebiet vor. Die Entscheidung soll aber lediglich als Aufschub verstanden werden, betonte Bürgermeister Florian Hölzl. Schließlich wolle man mehr erneuerbare Energiequellen in der Marktgemeinde. Sobald Bayernwerk über den Antrag der BürgerEnergie Niederbayern eG auf Netzeinspeisung entschieden hat, könnten neue Bauleitplanungen in Angriff genommen werden.
Gleichzeitig fordert der Marktgemeinderat Bayernwerk auf, das Umspannwerk Pfeffenhausen sowie das örtliche und regionale Niederspannungs- und Mittelspannungsverteilnetz schnellstmöglich zu verstärken, um weitere Ausbaupläne vorantreiben zu können und somit den Weg für weitere Anstrengungen hin zur Energiewende zu bahnen. Sollte der Forderung der Kommunalpolitiker nicht entsprochen werden, müssen sich Investoren künftig gegebenenfalls mit weiter entfernt liegenden Einspeisepunkten begnügen oder gar Pläne zum Bau eigener Umspannwerke anstellen. Zur Freiflächen-PV-Anlage Burghart berichtete Hölzl, dass diese im Juli 2023 umgesetzt werden soll und aktuell die Kapitalisierung für das Vorhaben in vollem Gange sei. Allein aus den Gemeinden Pfeffenhausen, Hohenthann und Rottenburg würden nach einer Mitteilung der BürgerEnergie Niederbayern eG Zeichnungsanfragen in der Größenordnung von 400.000 Euro vorliegen.
Außerdem hat der Gemeinderat einstimmig den Planentwurf einer Einbeziehungssatzung „Koppenwall Süd-Ost“ gebilligt. Es soll ein Grundstück von rund 1.900 Quadratmetern, das sich im Außenbereich befindet, in den Ortsteil Koppenwall einbezogen werden. Damit soll es möglich werden, dort ein Einfamilienhaus mit Garage zu bauen.