Die architektonische Machbarkeitsstudie der renommierten Landshuter Architekten Nadler, Sperk und Reif führte zum grundlegenden Ergebnis, dass der Gebäudekomplex aufgrund seiner Zentralität und seiner ortsbildprägenden Bedeutung prädestiniert ist, mit privaten und öffentlichen Nutzungen wieder zum Leben erweckt zu werden. Konkret erwies sich eine möglichst weitgehende tatsächliche und rechtliche Trennung der Gebäudeteile als sinnvoll, um das ehemalige Brauereianwesen wiederzubeleben. Im Raum steht von daher, dass sich das öffentliche Engagement auf das Wirtschaftsgebäude entlang der Pfarrkirche St. Martin erstreckt, während die übrigen drei Trakte in den Händen der Eigentümerfamilie verblieben und von dieser saniert würden. Die Ideen für den möglichen öffentlichen Gebäudeteil befinden sich gegenwärtig in der Abstimmung mit etwaigen Fördergebern, sind vielfältig und reichen zum Beispiel von einem öffentlichen WC, Büroflächen für das wachsende Rathaus und Dritte, einem Sitzungssaal für die kommunalen Gremien bis hin zu Räumlichkeiten für Veranstaltungen, Musik, Bildung und Kultur. Ein Sitzungssaal steht derzeit, nachdem der Marktgemeinderat mit den letzten Wahlen auf 21 Mitglieder anwuchs, nicht mehr im Rathaus zur Verfügung; stattdessen tagt das Gremium bekanntlich interimsmäßig im Pfeffenhausener Pfarrheim.
Um final und auf einer belastbaren Faktengrundlage entscheiden zu können, ob der Markt Pfeffenhausen tatsächlich in das Projekt einsteigt, hat der Marktgemeinderat die Firma Ecoplan aus Regensburg als Projektsteuerer beauftragt, gemeinsam mit der Verwaltung die architektonischen Überlegungen weiter voranzutreiben und sich vor allem mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mitsamt der Fördermöglichkeiten auseinanderzusetzen. In diesem Zusammenhang stehen Verwaltung und Projektsteuerungsbüro derzeit nicht nur im engen Austausch mit Förder- und Fachbehörden wie der Städtebauförderung an der Bezirksregierung und dem Landesamt für Denkmalpflege, sondern vor allem auch mit dem Regensburger Büro Bassen, das – bezogen auf den Wirtschaftsteil des Gebäudes – eine Baugefügeforschung durchführt und einen Baualtersplan fertigt. Das ist grundlegend und zeitaufwendig, aber notwendig, um seriös einschätzen zu können, welche Gebäudeteile wie alt sind und welche bauhistorische Bedeutung diesen zukommt. Auf dieser Basis ist dann mit dem zuständigen Landesamt für Denkmalpflege vor dem Hintergrund der avisierten Nutzungen zu klären, inwiefern Sanierung und Neubau miteinander kombinierbar sind.
Bürgermeister Florian Hölzl hofft, bis in den Winter hinein dem Marktgemeinderat eine Entscheidungsvorlage präsentieren zu können: „Wir sind nicht blauäugig, sondern wollen auf der Basis verlässlicher und gründlicher Voruntersuchungen zur bautechnischen Realisierbarkeit und zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu einer Entscheidung kommen. Mein Dank gilt vor allem dem Marktgemeinderat. Einstimmig haben wir beschlossen, nicht überstürzt zu entscheiden, sondern den nun eingeschlagenen Weg zu gehen.“ Vor dem Hintergrund der Rathausnähe und der Zukunftsbedarfe sei es natürlich interessant, sich als Markt Pfeffenhausen im Zusammenhang mit einer Gesamtsanierung des Gebäudes Marktplatz 4 partiell zu engagieren. Jedoch müssten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, mithin das Verhältnis von Aufwand und Förderquoten, stimmig sein, betont Hölzl.