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"Henker – Brauer – Hopfenzupfer": Erste historische Führung durch Pfeffenhausen kam gut an

Meldung vom 15. Juli 2022

Die eigene Heimat und vor allem ihre Geschichte neu entdecken konnten die Teilnehmer der ersten historischen Führung durch Pfeffenhausen am Donnerstag. An neun Stationen erläuterte Walter Huber vom Verein für Heimatgeschichte spannende Details aus der Jahrtausende alten Geschichte der Marktgemeinde und führte die Gruppe an historisch bedeutsame Orte, die normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Bereits der erste Halt des geschichtlichen Spaziergangs führte in einen dieser Orte: das ehemalige Verließ im Amtmannhaus. Die Teilnehmer bekamen einen Eindruck davon, was sich in diesem kalten Kellerraum im Mittelalter abgespielt hatte. Wie Huber erläuterte, wurde am oberen Marktplatz öffentlich zu Gericht gesessen. Nach Verhören, Folterungen und dem Urteilsspruch verbrachte der zum Tode verurteilte noch drei Tage in dem Kerker, bevor er auf verschiedene Weise hingerichtet wurde. Nicht weniger tragisch sind die Fakten und Details, die Huber an der zweiten Station darlegte: Vor dem Kriegerdenkmal sprach er über die beiden Weltkriege sowie weitere Schlachten und kriegerische Auseinandersetzungen in Pfeffenhausen. Allerdings regte sich hier auch Widerstand – in Person von Pfarrer Josef Schabl – gegen das NS-Regime.

In der Pfarrkirche St. Martin erfuhren die Teilnehmer interessante Fakten zur Architektur der Kirche. Auf dem Weg zur ehemaligen Kupferschmiede wies Huber auf verschiedene Gebäude hin und erzählte, welches Gewerbe wo angesiedelt war – Details zu verschiedenen Handwerksberufen erzählte das Team des Heimat- und Handwerkerhauses während einer kurzen Besichtigung dieses kleinen Museums.

In die Themen „Brauer und Hopfenzupfer“ stiegen die Teilnehmer vor dem Gasthaus „Zur Post“ ein. Wie Huber erzählte, gab es einst sechs Brauereien in Pfeffenhausen. Die Brauereien und Gaststätten warfen eigentlich immer einen guten Gewinn ab, da der Ort an der Salzstraße – der mittelalterlichen Handelsroute von Salzburg nach Nürnberg – gelegen ist. Familie Willberger-Winhard öffnete für die Besuchergruppe das ehemalige Sudhaus der Brauerei „Zur Post“ und Manfred Willberger-Winhard sprach von der Geschichte der Brauerei und der Braukunst in Pfeffenhausen. Zu Abschluss kehrte die Gruppe noch zu einer gemütlichen Brotzeit ins Gasthaus „Zur Post“ ein.

Das Konzept für die Führung hat Walter Huber erstellt, Veranstalter ist der Verein für Heimatgeschichte in Kooperation mit der Marktgemeinde Pfeffenhausen. Die nächsten Termine für die historische Führung sind der 4. August, der 1. September und der 6. Oktober – jeweils ab 18 Uhr. Nach aktuellen Anmeldezahlen sind derzeit allerdings nur noch für die Führung im Oktober Plätze frei. Für eine Teilnahme ist eine Anmeldung per E-Mail an kolbinger@markt-pfeffenhausen.de oder unter Telefon 08782-9600-34 nötig. Die Führung kostet 15 Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder zwischen sieben und 16 Jahren. Für Kinder, die jünger als sieben Jahre sind, ist die Teilnahme kostenlos. Im Preis enthalten ist jeweils eine Brotzeit im Gasthaus zur Post zum Abschluss der Führung.

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