

Unproblematisch ist dabei nach aktuellem Stand der Kindergartenbereich. Die Einrichtungen (Kinderhaus Bachspatzen, Kindergarten St. Martin, Nardinikindergarten und Erster Holledauer Waldkindergarten) können im kommenden Jahr alle angemeldeten Kinder betreuen und haben sogar noch Kapazitäten frei. Insgesamt befinden sich in den Kindergärten im Gebiet des Markts Pfeffenhausen 225 Plätze, wobei davon voraussichtlich zum Stand September 2023 198 Plätze belegt sein werden. Infolge unterjährig geplanter Aufnahmen wird sich die Zahl freier Plätze während des Betreuungsjahrs 2023/2024 aber noch schmälern.
Anlässlich der Bedarfsplanung hat der Marktgemeinderat für den Kindergartenbereich beschlossen, den dreigruppigen Nardinikindergarten sanieren zu wollen, da das Gebäude in die Jahre gekommen ist und vor allem energetisch ertüchtigt werden muss. Außerdem ist der Platz, der der Einrichtung der Lebenshilfe Landshut zur Verfügung steht, knapp bemessen. Deswegen ist angedacht, die früheren Büchereiräumlichkeiten in den Kindergarten zu integrieren und darin Funktionsräume wie Schlafraum, Therapieraum und Personalraum unterzubringen. Bewusst soll in den zusätzlichen Räumen keine weitere Gruppe untergebracht werden, da dadurch der Bedarf an Funktionsräumen, der ohnehin schon vorhanden ist, weiter steigen würde. Vorgesehen ist, im Frühjahr 2024 mit der Sanierung, die mit Geldern des Freistaats gefördert werden kann, zu beginnen. Begleitet wird die Gemeinde bei der Sanierungsplanung durch das Ingenieurbüro Wacker aus Nandlstadt. Die Sanierungsplanung soll noch im ersten Halbjahr dem Marktgemeinderat zur Billigung vorgelegt werden, um rechtzeitig im Herbst einen Förderantrag bei der Bezirksregierung einreichen zu können.
Etwas anders sieht die Platzsituation im Krippenbereich aus. Nach heutigem Kenntnisstand reichen die 54 Krippenplätze für Kinder zwischen ein und drei Jahren nicht ganz aus, um den Bedarfen der Eltern gerecht zu werden. Der Marktgemeinderat hat von daher, um die Betreuungslücke von rund fünf Plätzen zum September 2023 zu schließen, die Verwaltung beauftragt, sich zunächst mit organisatorischen Maßnahmen auseinanderzusetzen. Wenn beispielsweise ältere Krippenkinder früher in den Kindergarten wechseln würden, können weiter Krippenkinder aufgenommen werden. Inwiefern das möglich ist, soll nun untersucht werden.
Da der Bedarf an Plätzen für die offene Ganztagsbetreuung an der Grund- und Mittelschule steigt und ab 2026 Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben, möchte sich die Marktgemeinde zusammen mit der Schulleitung hier mit Erweiterungsmöglichkeiten befassen. In der Bedarfsfeststellung, in die Geburtenzahlen, Schülerzahlenvorausberechnungen und Bedarfsquoten eingeflossen sind, wird der Bedarf an Ganztagsplätzen an der Grundschule mit 110 und an der Mittelschule mit 30 Plätzen festgestellt. Unter Berücksichtigung dessen, dass sich aktuell mehrere Kinder einen Ganztagsplatz teilen, weil nicht jeder Ganztagsschüler an jedem Schultag auch nachmittags an der Schule bleibt, liegt die aktuelle Belegungszahl für die Grund- und Mittelschule bei 82 Plätzen. Der Rat hat nun auf dieser Basis die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit der Schule, den tangierten Fachstellen und der Arbeiterwohlfahrt als Kooperationspartner des offenen Ganztags ein Konzept zu erarbeitet, wie die künftigen Bedarfe räumlich und organisatorisch gedeckt werden sollen. Dabei sollen die aktuell staatlicherseits aufgelegten Fördertöpfe genutzt werden.
Grundsätzlich müsse man sich, so der Tenor in der Sitzung, der Tatsache bewusst sein, dass Pfeffenhausen in den nächsten Jahren weiter moderat wächst, die Geburtenzahlen tendenziell steigen werden und damit auch mehr Kinder betreut werden müssen. Auch die Betreuungswünsche der Eltern würden sich verändern. Geplant ist von daher, sich jedes Jahr erneut mit dem Thema auseinanderzusetzen und die Bedarfsplanung fortzuschreiben.
Zweite Bürgermeisterin Christa Popp (FW) dankte der Verwaltung für die Bedarfsplanung und die zusammengestellten statistischen Daten. Sie betonte, dass vor allem der Krippenbereich immer wichtiger werden würde. Nahtlose Übergänge vom Krippen- in den Kindergartenbereich zu organisieren, sei eine zentrale Zukunftsaufgabe. In den Augen von Michael Wensauer (CSU) ist das Instrument der Bedarfsplanung entscheidend, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Er begrüßte das Ansinnen der Verwaltung, die Planung immer wieder mit neuen Daten zu füttern und fortzuschreiben.