Die Tagespflege entsteht auf dem Brunnerbräu- bzw. Barthareal am Oberen Marktplatz und wird in ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage integriert, das Bauträger Marcus Forster aus Pfeffenhausen errichtet. Im Erdgeschoss soll die Tagespflege, die von der Caritas Kelheim betrieben wird, auf einer Grundfläche von 280 Quadratmetern mit einem offenen Wohn- und Essbereich, Wintergarten und Terrasse untergebracht werden. Dort können nach Aussage von Vorstandsvorsitzendem Hubert König bis zu 23 Seniorinnen und Senioren betreut werden.
König stellte den zahlreichen Gästen des Spatenstichs das Konzept näher vor. Die Caritas möchte es den Senioren ermöglichen, so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld zu Hause zu leben. Um die Angehörigen bei der Pflege und Betreuung zu entlasten, können die Leistungen der Tagespflege in Anspruch genommen werden. Diese soll montags bis freitags geöffnet sein, wobei auch nur einzelne Tage gebucht werden können. Wer sich für einen Tagespflegeplatz entscheidet, wird bereits von einem eigenen Fahrdienst abgeholt und in die Einrichtung gebracht. Dort bieten die Mitarbeiter die Betreuung und Pflege an, die die Senioren brauchen und wünschen. „Wer möchte, kann sich an den Beschäftigungsangeboten beteiligen und mit den Mitarbeitern zusammen basteln oder kochen“, erklärte König. Manche Gäste würden aber auch einfach nur die Gesellschaft genießen. „Wir wirken der Vereinsamung entgegen und erhöhen die Lebensqualität der Seniorinnen und Senioren“, betonte er. Die Nachfrage sei groß, weswegen man sich dazu entschlossen habe, zusätzlich zur Tagespflege in Kelheim auch in Pfeffenhausen eine solche Einrichtung aufzubauen und zu betreiben. Außerdem ist die Caritas Kelheim bereits in der Region aktiv: Im Juli hat der Verband die Ambulante Kranken- und Altenpflegestation Rottenburg-Pfeffenhausen-Hohenthann übernommen.
Im nord-westlichen Landkreis gibt es so eine Einrichtung bisher noch nicht, weswegen Landrat Peter Dreier in seinem Grußwort betonte, wie wichtig dieses Angebot für die gesamte Region sei. „Die Einwohnerzahl im Landkreis Landshut wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen.“ Hier müsse die Infrastruktur für alle Generationen mitwachsen: Gerade im Hinblick auf eine immer älter werdende Gesellschaft brauche man dringend Unterstützungsmöglichkeiten für die Seniorinnen und Senioren.
Wie Bürgermeister Florian Hölzl betonte, sei es dem Gemeinderat wichtig, die Gäste der Tagespflege sozial einzubinden – der Standort inmitten des historischen Ortskerns sei deswegen optimal. Außerdem möchte man den Marktkern weiterentwickeln und etwa in der Ludwig-Freiberger-Anlage einen Sinnesgarten anlegen, der nicht nur auf die Bedürfnisse Demenzkranker ausgerichtet sein, sondern für alle Altersgruppen ansprechend gestaltet werden soll, sodass dort ein Begegnungsort für unterschiedliche Generationen entstehen kann. Dieses Konzept hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege überzeugt und wird die Tagespflege mit bis zu 500.000 Euro aus dem Förderprogramm „Pflege im sozialen Nahraum – PflegesoNah“ unterstützen. Diese Förderung komme allen zu Gute, die die Leistungen der Tagespflege in Anspruch nehmen, denn dadurch reduzieren sich die Zuzahlungsbeträge für die Gäste. Dass Mittel aus dem begehrten und völlig überzeichneten Fördertopf nach Pfeffenhausen fließen, sei ohne die politische Unterstützung von Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek sowie den Abgeordneten Ruth Müller, Petra Högl und Helmut Radlmeier nicht möglich gewesen, betonte Hölzl.
Nach dem kirchlichen Segen für das Bauprojekt, den Pfarrer Günter Müller spendete, nahmen Architekt Norbert Zierer, Pfarrer Günter Müller, Bürgermeister Florian Hölzl, Aufsichtsratsvorsitzender der Kelheimer Cariatas Sebastian Hobmaier, Landrat Peter Dreier, Landtagsabgeordnete Petra Högl, Caritas-Vorstandsvorsitzender Hubert König und Bauträger Marcus Forster (Foto v.l.) den Spatenstich vor, womit der Bau der Tagespflege nun offiziell begonnen hat.